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Chemische Zusammensetzung
Das für den Glasapparatebau verwendete Borosilicatglas 3.3 hat ungefähr folgende Zusammensetzung:
Der weltweit sehr vielseitige Einsatz dieses Werkstoffes in der chemischen und pharmazeutischen Industrie sowie in einer Vielzahl artverwandter Bereiche basiert insbesondere auf dessen chemischen und thermischen Eigenschaften (s. auch DIN ISO 3585) sowie auf einer Vielzahl weiterer Vorteile, die Borosilicatglas 3.3 gegenüber anderen Konstruktionsmaterialien auszeichnet. Hierzu zählen insbesondere
Eigenschaften wie:
Chemische Beständigkeit
Borosilicatglas 3.3 weist eine gegen fast alle Produkte und damit im Vergleich zu anderen bekannten Werkstoffen umfassendere chemische Beständigkeit auf. So ist es sehr gut resistent gegen Wasser, Salzlösungen, organische Substanzen, Halogene wie z.B. Chlor und Brom und gegen viele Säuren. Zu einem merklichen Abtrag der Glasoberfläche führen dagegen Flusssäure sowie konzentrierte Phosphorsäure und starke Laugen bei höheren Temperaturen. Borosilicatglas 3.3 kann jedoch bei Raumtemperatur ohne Schwierigkeiten in Verbindung mit Laugen bis zu einer Konzentration von 30 % eingesetzt werden.
Eine Klassifizierung des Werkstoffes Borosilicatglas 3.3 nach den einschlägigen Untersuchungsmethoden führt zu folgendem Ergebnis (s. auch ISO 3585):

Wasserbeständigkeit bei 98 °C Grieß-Wasserbeständigkeit Klasse ISO 719­HGB 1
Wasserbeständigkeit bei 121 °C Grieß-Wasserbeständigkeit Klasse ISO 720­HGA 1
Säurebeständigkeit Abgabe Na 2 O<100 µ g/dm 2 nach ISO 1776
Laugenbeständigkeit Laugenbeständigkeitsklasse ISO 695­A2

Physikalische Eigenschaften
Borosilicatglas 3.3 zeichnet sich gegenüber anderen Apparatebauwerkstoffen nicht nur durch seine nahezu universelle Korrosionsbeständigkeit aus, sondern auch durch einen sehr geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten. Aufwändige Maßnahmen zur Kompensation von temperaturbedingten Wärmedehnungen sind daher nicht erforderlich.
Die für den Apparatebau wichtigsten physikalischen Eigenschaften sind nachstehend aufgeführt (s. auch DIN ISO 3585):

Mittlerer linearer Wärmeleitfähigkeitskoeffizient # 20/300 = (3,3 + 0,1) ± 10­6 K­1
Mittlere Wärmeleitfähigkeit 20 - 200 °C # 20/200 = 1,2 W m­1 K­1
Mittlere spezifische Wärmekapazität 20 - 100 °C C p 20/100 = 0,8 kJ kg­1 K­1
Mittlere spezifische Wärmekapazität 20 - 200 °C C p 20/200 = 0,9 kJ kg­1 K­1
Dichte bei 20 °C p = 2,23 kg dm­3

Mechanische Eigenschaften
Die zulässigen Festigkeitskennwerte von Borosilicatglas 3.3 beinhalten einen Sicherheitsfaktor, der den Erfahrungen über das Festigkeitsverfahren von Glas Rechnung trägt und zwar insbesondere der Tatsache, dass es sich hierbei um einen spröden Werkstoff handelt. Im Unterschied zu anderen gängigen Werkstoffen ist er nämlich nicht in der Lage, Spannungsspitzen an unregelmäßigen Übergängen und kleinsten Anrissen abzubauen, wie dies bei einem zähen Material (z.B. Metall) der Fall ist. Außerdem berücksichtigt der Sicherheitsfaktor die nachträgliche Bearbeitung der Bauteile (geschliffene Dichtflächen), deren Handling (Gebrauchsspuren auf der Oberfläche) und die über Druck und Temperatur hinausgehende, zugelassene Beanspruchung während des Einsatzes.
So gelten die in der EN 1595 festgelegten Berechnungskennwerte für die zulässige Beanspruchung von Glasbauteilen durch Zug­, Biege­ und Druckspannungen bei der in der Praxis zu erwartenden Oberflächenbeschaffenheit:
Zug­ und Biegefestigkeit K/S = 7 N mm-2
Druckfestigkeit K/S = 100 N mm-2
Elastizitätsmodul E = 64 kN mm-2
Poisson­Zahl (Querkontraktionszahl) # = 0,2

Optische Eigenschaften
Die UV-Lichtdurchlässigkeit, die für fotochemische Reaktionen von großer Bedeutung ist, liegt bei Borosilicatglas im mittleren Spektrum etwas höher als bei normalem Fensterglas.
Sollen lichtempfindliche Substanzen verarbeitet werden, so empfiehlt sich die Verwendung von braun beschichtetem Borosilicatglas. Durch diese dauerhaft aufgebrachte Spezialbeschichtung wird die UV-Lichtdurchlässigkeit auf ein Minimum reduziert.